Private Vorsorge

Alles auf einmal oder besser gestaffelt investieren?

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Autor
Simon Herzer
Lesedauer 2 Minuten

Wie Beispiele zeigen, hat sich in der Vergangenheit eine Einmalinvestition in vielen Fällen besser entwickelt. Es gibt aber auch Gründe, die für eine gestaffelte Investition sprechen.

Anlagefonds eignen sich bestens für den langfristigen Aufbau von Vermögen. Denn schon mit kleinen Geldbeträgen ist es möglich, weltweit breit gestreut zu investieren. Doch viele angehende Anleger sind sich unsicher, wann der richtige Zeitpunkt ist, um mit einer Investition in Anlagefonds zu beginnen. Immerhin sind Anlagefonds den Schwankungen der Finanzmärkte ausgeliefert. 

Gerade die Jahre 2019 und 2020 zeigten eindrücklich, dass sich die Lage an den Finanzmärkten mitunter rasch ändern kann. 2019 war ein Jahr der Rekorde. Rund um den Globus eilten viele Börsen vom einen zum nächsten Allzeitrekord. Dann drehte der Trend aufgrund der Corona-Pandemie abrupt. Weltweit brachen die Aktienmärkte zeitweise um bis zu 30% ein. 

Wäre das also ein guter Zeitpunkt, um eine grössere Summe zu investieren? Oder ist es besser, das Geld gestaffelt, also in mehreren kleineren Tranchen, verteilt über mehrere Jahre, zu investieren? 

Die Zeitschrift K-Geld hat untersucht, mit welcher Variante ein Anleger mit 10 000 Franken bei einer Anlagedauer von zehn Jahren und einer Reinvestition der Dividenden in der Vergangenheit besser gefahren ist (der Vergleich beginnt im Jahr 1988). Das Geld wurden folgendermassen in den Schweizer Aktienmarkt (Swiss Performance Index) investiert: 

  • Variante 1: Einzelinvestition von 10 000 Franken 
  • Variante 2: 120 monatliche Investitionen à 83.33 Franken 

Das Resultat: In 19 von 23 Anlageperioden schnitt die Einzelinvestition besser ab. In den meisten Fällen resultierten 5000 bis 10 000 Franken mehr. Nur vier Mal brachte die gestaffelte Investition mehr. 

K-Geld rechnete auch ein Beispiel mit ausländischen Aktien. Dabei wurden 10 000 Franken ebenfalls für zehn Jahre in Aktien aus Amerika, Europa und Asien investiert (MSCI World Index). Die erste Anlageperiode beginnt im Jahr 1972. Das Geld wurde folgendermassen investiert: 

  • Variante 1: Einzelinvestition von 10 000 Franken 
  • Variante 2: Sechs Tranchen im Abstand von sechs Monaten à 1666.66 Franken. Die Investition wurde somit über 2,5 Jahre verteilt. 

Das Resultat: In 26 von 39 Anlageperioden schnitt ebenfalls die Einzelinvestition besser ab als die gestaffelte. Interessant ist dabei jedoch, dass die gestaffelte Investition ab dem Jahr 2000 insgesamt besser abschnitt. Der Grund dafür sind zwei Börsencrashs und grosse Fremdwährungsverluste in dieser Zeit. 

Die beiden Beispiele sprechen eher dafür, das zur Verfügung stehende Geld sofort zu investieren. Dies ist aber nicht in jedem Fall die bessere Variante. Nur wer sein Geld mindestens zehn Jahre anlegen kann, sollte ein Einzelinvestment in Aktien in Betracht ziehen. 

Vielen Anlegern dürfte es psychologisch leichter fallen, regelmässig kleinere Beträge zu investieren. Wer sein Geld gestaffelt investiert, verzichtet zwar möglicherweise auf Rendite, dafür ist das Risiko kleiner dank dem sogenannten Durchschnittspreiseffekt. Anleger kaufen dadurch in der Börsenhausse weniger (teure), bei tiefen Kursen dafür mehr (günstige) Anteile und der Kaufpreis für die Fondsanteile gleicht sich über die Zeit aus. 

Fazit: Wer gestaffelt investiert, kann den Einstiegszeitpunkt in einen Anlagefonds getrost ignorieren. Viel wichtiger ist es, überhaupt zu investieren, möglichst viel Zeit zu haben und sich von den Schwankungen an den Finanzmärkten nicht verunsichern zu lassen.  

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Autor
Simon Herzer
Projektleiter Kommunikation