Berufliche Vorsorge

Tipps für eine höhere Rente

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Autor
Mario Serratore
Lesedauer 3 Minuten

Eine Pensionskasse bietet den Versicherten unterschiedliche Möglichkeiten, die Höhe ihrer Rente zu beeinflussen. Es lohnt sich, die Stellschrauben zu kennen.

Ab einem Jahressalär von CHF 127 980 dürfen die Versicherten die Anlagestrategie für Lohnkomponenten oberhalb dieser Grenze selbst bestimmen. In der Praxis sind solche berufliche Vorsorgelösungen als 1e-Vorsorgepläne bekannt. Die Versicherten können dabei einen von mehreren vordefinierten Fonds auswählen. Allerdings bietet nicht jeder Arbeitgeber solche Vorsorgepläne an. 

Wählen beim Sparplan 

Versicherte mit einem Einkommen unter CHF 127 980 haben weniger Einfluss darauf, wie hoch ihre Rente einmal sein wird. Denn der Deckungsgrad, der Umwandlungssatz oder auch die Entwicklung des Vorsorgevermögens können nicht beeinflusst werden. Dies gilt sowohl für Pensionskassen, als auch für Sammelstiftungen und Versicherungen. Stellschrauben sind jedoch an anderen Orten zu finden. In folgenden Bereichen bieten sich ihnen Möglichkeiten, die Höhe ihrer Rente zu beeinflussen: 

  • Bei der Wahl einer Stelle, beziehungsweise eines Arbeitgebers, ist es sinnvoll, die Pensionskassenlösung zu analysieren und gegebenenfalls zu hinterfragen. 
  • Viele Pensionskassen bieten Wahlpläne beim Sparplan an. Häufig gibt es drei Beitragsvarianten – neben einer Standard- eine Plus- und eine Minus-Variante. Wer also monatlich mehr einzahlt, hat später ein höheres Vorsorgevermögen. Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, bei jeder Variante den gleich hohen Betrag einzuzahlen. 
  • Die Dauer der Beitragsjahre hat einen grossen Einfluss auf das Vorsorgevermögen. Viele Vorsorgeeinrichtungen bieten ein flexibles Pensionierungsalter, häufig zwischen 58 und 70 Jahren, an. Je länger man arbeitet, umso höher wird in der Regel die Rente. 
  • Immer öfter lassen Reglemente auch Teilpensionierungen zu. Dies bedeutet, dass Mitarbeitende sich zum Beispiel zu 30% oder 50% pensionieren lassen können und zu 70% oder 50% weiterarbeiten. Allerdings sollte vor einem Entscheid genau berechnet werden, wieviel Geld später zur Verfügung steht. 
Freiwilliger Einkauf 

Im Verlauf ihres Arbeitslebens können Mitarbeitende weitere Entscheide treffen, welche die Höhe ihrer Rente beeinflussen. Zu berücksichtigen sind insbesondere folgende Möglichkeiten: 

  • Tätigt man einen Pensionskassenvorbezug, beispielsweise für den Kauf eines Eigenheims, wird die Rente später tiefer sein.
  • Freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse verbessern die Leistungen im Alter und sind steuerlich interessant.
  • Sind Kapital und Pensionierungszeitpunkt bekannt, bieten viele Kassen die Wahl zwischen dem Bezug des Kapitals, einer Rente oder einer Mischform. Beim Entscheid ist beispielsweise zu berücksichtigen, ob ein Versicherter bei seinem Tod eine Partnerin oder einen Partner hinterlässt, der von einer allfälligen Rente profitieren würde. Ausserdem spielt es eine Rolle, ob jemand gesundheitlich angeschlagen ist und über eine geringe Lebenserwartung verfügt. In jedem Fall sollte eine Entscheidung gut überlegt sein – denn sie gilt für den Rest des Lebens.
Säule 3a 

Schliesslich gibt es auch ausserhalb der beruflichen Vorsorge Möglichkeiten, um eine individuelle und flexible Altersvorsorge umzusetzen. Zum einen über die bekannte steuerbegünstigte Säule 3a – mit dem Nachteil, dass man über dieses Vermögen nicht jederzeit frei verfügen kann. Denn Altersleistungen dürfen frühestens fünf Jahre vor und spätestens fünf Jahre nach Erreichen des ordentlichen Rentenalters der AHV (65 Jahre für Männer und 64 Jahre für Frauen) ausgerichtet werden.

Säule 3b

Zum anderen beim Sparen über die Säule 3b. Die freie Selbstvorsorge besteht aus dem persönlichen Sparen, beispielsweise dem Sparkonto oder Anlagefonds. Zwar ist sie nicht steuerlich privilegiert, dafür gewinnt man an Flexibilität, da das angesparte Vermögen jederzeit zur Verfügung steht. So könnten Versicherte in der Pensionskasse die Beitragsvariante «Minus» wählen und mit den dadurch zusätzlich zur Verfügung stehenden Mitteln privat ansparen. Für viele ein willkommenes Plus an Flexibilität, wenn es auf das Rentenalter zugeht. 

Insbesondere für Versicherte ab circa 50 Jahren lohnt es sich, die persönlichen finanziellen Verhältnisse mit einem Finanzplaner zu besprechen. Denn nicht immer sind die zurechtgelegten Massnahmen im Hinblick auf eine Pensionierung die finanziell optimalsten. Auch wenn eine Finanzplanung etwas kostet, so betragen die steuerlichen Ersparnisse, die aus einer Beratung resultieren, oft ein Mehrfaches.   

Portrait
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Mario Serratore
Eidg. dipl. Finanzplanungs-Experte