Berufliche Vorsorge

Was sind 1e-Vorsorgepläne?

Zurück zur Übersicht
Autor
Alain Grand
Lesedauer 2 Minuten

1e-Vorsorgepläne sind eine moderne Pensionskassenlösung im Bereich der überobligatorischen beruflichen Vorsorge. Sie bieten Vorteile für Versicherte und Arbeitgeber.

Ab einem Jahressalär von 127’980 Franken können Vorsorgeeinrichtungen ihre Versicherten die Anlagestrategie für Lohnkomponenten oberhalb dieser Grenze (überobligatorischer Bereich) selbst bestimmen lassen. In der Praxis sind solche Vorsorgelösungen als 1e-Vorsorgepläne bekannt, da sie sich auf den Artikel 1e der Verordnung über die berufliche Vorsorge (BVV 2) stützen. 

Organisatorisch kann sich ein Unternehmen dafür entscheiden, eine einzige oder mehrere Vorsorgeeinrichtungen zu führen. Viele – vor allem grössere – Unternehmen führen eine Pensionskasse, die Gehälter bis zum BVG-Maximallohn von 85’320 Franken oder bis zum maximalen Grenzlohn für den BVG-Sicherheitsfonds von 127’980 Franken abdeckt. Für darüber liegende Gehälter werden eine oder mehrere Ergänzungseinrichtungen gegründet, welche oft als Kader- oder Bel-Etage-Lösungen bezeichnet werden. 

Vorteile für Versicherte 

Für die Versicherten haben 1e-Pläne den Vorteil, dass sie eine Anlagestrategie wählen können, die zu ihrem persönlichen Risikoprofil passt. Bei der GEMINI Sammelstiftung stehen ihnen beispielsweise sechs Anlagestrategien zur Wahl, von der risikoarmen Variante 100% Geldmarkt bis zur risikoreicheren Variante mit einem Aktienanteil von 50%. Die Versicherten partizipieren voll an der Entwicklung der gewählten Strategie. Wenn sie bereit sind, ein höheres Risiko einzugehen, haben sie die Chance auf eine höhere Rendite. Gleichzeitig tragen sie das Risiko einer negativen Performance selber. 

Trotz dieser Flexibilisierung sind für die Pensionskassen geltende Grundsätze des BVG, wie z.B. die Kollektivität und das Versicherungsprinzip, zu respektieren. Das oberste Organ ist weiterhin für die Sicherheit der Anlagen mitverantwortlich. Das bedeutet, dass die Versicherten über die Chancen und Risiken der angebotenen Anlagestrategien aufgeklärt werden müssen. Als Hilfsmittel zur Wahl der passenden Anlagestrategie beantworten die Versicherten einen Fragenkatalog und ermitteln so ihre Risikofähigkeit und -bereitschaft. 

Vorteile für Arbeitgeber 

Aber auch für Arbeitgeber sind 1e-Vorsorgelösungen interessant. Erstens können sie ihren Kaderangestellten in der überobligatorischen Vorsorge eine attraktive, zeitgemässe Vorsorgelösung bieten. Dies ist in der heutigen Zeit ein gewichtiges Argument im Wettbewerb um Top-Arbeitskräfte, die an das Unternehmen gebunden werden sollen. Zweitens eignen sich 1e-Vorsorgelösungen für das «De-Risking», reduzieren sie doch das Sanierungspotenzial. Konkret können Arbeitgeber, die nach IFRS oder US-GAAP bilanzieren, in der Bilanz ihres Unternehmens die Verpflichtungen für die berufliche Vorsorge reduzieren.

Portrait
Autor
Alain Grand
Leiter Vertrieb GEMINI Sammelstiftung